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Hans Im Glück

Hans Im Glück

Ja, der Hans im Glück ...

Heute morgen habe ich ein Bild gesucht vom Hans im Glück, und keins gefunden, das ich leiden mochte. Also habe ich dann mein eigenes Bild hergestellt, und da ist mir so eine Metaphern Geschichte eingefallen, eine Erbstücks Geschichte aus dem zweiten Weltkrieg.

Es ist 1946.

Im Ruhrgebiet, in den Trümmern, da sitzt ein einarmiger Soldat, und er hat vor sich eine kleine Dose schwarzer Lackfarbe, und einen Haufen einzelner Kacheln, die er sich aus den Ruinen zusammengesucht hat.

Er malt sorgfaltig mit einem uralten Pinsel kleine Bilder auf die Kacheln.

Ein Sparschwein, rund und fett.

Kleine Blumen in einer einfachen Vase.

Und den Hans Im Glück.

Da kommt eine Frau vorbei.

Sie hat vier Kinder und einen Mann, der nicht mehr gehen kann. Eine ältere, unverheiratete Schwester. Alle haben Hunger. Sie hat ein paar Gänseeier, schön in Heu eingepackt, damit sie nicht kapput gehen. Sie wird die Eier für Kartoffeln und Zwiebeln tauschen, vielleicht ein bischen Salz, wenn sie Glück hat.

Die Frau sieht den Soldaten da sitzen, und ist gefangen - sie kann nicht anders, und gibt ihm ein ganzes Gänseei für die Kachel mit dem Hans im Glück darauf.

Sie packt die Kachel schön ein, und wird sie von dem Tage an immer bei sich haben, in jeder Hütte, jeder Wohnung, dann in einem Haus, dann im Altersheim, dann im Krankenhaus auf dem Nachttisch, wo sie am Krebs dann viele Jahre später stirbt.

 

 


 

 

Die Frau war meine Großmutter.

Und mit ihren Handlungen an dem Tag in 1946, und all den Tagen, die danach kamen, hat diese grundsätzlich ungebildete, hart arbeitende Frau etwas sehr wichtiges demonstriert.

Nämlich das der Mensch nicht vom Brot allein lebt.

Das es etwas gibt, daß noch wertvoller ist als Kartoffeln und Zwiebeln.

Wir können das Kunst nennen, oder Energie, Zauber, Magie - das sind die unsichtbaren Materialien, aus denen solche Dinge wie Hoffnung, Liebe, und auch Glück gemacht sind.

Ohne diese Dinge sind wir garnichts, und brauchen auch garnicht mehr nach den Kartoffeln und Zwiebeln zu graben.

Ein ganzes Gänseei scheint ein teurer Preis zu sein für eine alte Kachel mit ein bißchen Lackfarbe drauf. Ich bin ziemlich sicher, daß meine Großmutter ihren Mann angelügt hat, und nicht zugegeben hat, wie viel die Kachel kostete, bestimmt ein halber Sack Kartoffeln, vielleicht sogar eine ganze Schachtel Zigaretten ...

Meine Großmutter hat nie aufgegeben, und immer weitergemacht, bis zum Ende.

Und bis zum Ende war der Hans Im Glück dabei, und ich weiß, das er ihr durch viele dunkle Stunden hindurchgeholfen hat.

Und die Moral von der Geschichte?

Ach, das sind ja zu viele ...

Mit lieben Grüßen an meine Großmutter Auguste über Zeit und Raum hinweg, dieses Bild ist auch für dich.

Silvia xxx

Hans im Glück by StarFields

Hans im Glück
Silvia Hartmann 2010

Posted Mar 27, 2010